Forensische Gutachten

Ein Sachverständigengutachten kann für mehrere Verwendungszwecke eingesetzt werden.
Die besondere Sachkenntnis des Sachverständigen (leider in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung) wird zur Feststellung eines bestimmten Schadensbildes z.B. Motorschaden, Gebäudeschaden usw. mit dem Ziel herangezogen, ob es sich um einen Herstellungsfehler/-mangel, um fehlerhafte Bedienung oder Anwendung handelt. Das forensische Gutachten wird im Rahmen gerichtlicher Auseinandersetzungen (Ziviler Rechtsstreit/Strafrecht –Nachweis der Täterschaft) erstellt.

Es dient dem nicht fachkundigen Richter, Staatsanwalt oder Rechtsanwalt, für die anstehende gerichtliche Entscheidung, die erforderliche Hintergrundinformation zu erhalten. Der forensische Sachverständige wird auch oft als „Helfer des Gerichtes“ bezeichnet.

Aufgrund der Tatsache, dass viele gerichtliche Entscheidungen und Prozesse auf der Basis eines Gutachtens getroffen werden, entweder zu finanziellen Forderungen oder über Verurteilung bzw. Freispruch des Angeklagten herangezogen werden, fällt dem Sachverständigen eine sehr hohe Verantwortung im gerichtlichen Verfahren zu. Dies erfordert eine höchstmögliche Sorgfalt bei der Gutachtenerstellung, jedoch auch die Verwendung neuester und aktuellster Erkenntnisse der Wissenschaft und Technik. Der Gesetzgeber sieht deshalb vor, dass im gerichtlichen Verfahren öffentlich bestellte und vereidigte oder zertifizierte Sachverständige eingesetzt werden sollen (§ 73/2, StPO, § 404/2 ZPO).

In der Kriminaltechnischen Prüflabor GÖTH GmbH sind öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige tätig und fertigen u.a. Gerichtsgutachten an. Dazu stehen modernste technische Ausstattungen z.B. höchstauflösende digitale Kameras, entsprechende Bildverarbeitungsprogramme und Bildentwicklungsgeräte, Stereo-Zoom-Mikroskope sowie das Raster-Elektronen-Mikroskop zur Verfügung. Ferner werden weit über das vorgeschriebene Maß hinaus Weiterbildungsmaßnahmen betrieben.

Diese und weitere Maßnahmen haben dazu geführt, dass die Kriminaltechnische Prüflabor GÖTH GmbH die Gutachtenerstellung nach den Vorgaben der Akkreditierung der DAkkS gemäß DIN EN ISO/IEC 17020:2012 vornimmt.

Diese Akkreditierung stellt die Grundlage für das höchstmögliche Maß an Transparenz und Qualitätsstandard dar.

Ergänzend ist noch darauf hinzuweisen, dass in vielen Fällen bei der Bearbeitung von Schadenfällen Daten erhoben werden müssen. Um hierzu datenschutzkonform die Tätigkeit auszuüben, hat sich das kriminaltechnische Prüflabor einer Datenschutzprüfung unterzogen und ist so nach der „dataKonform“ geprüft.

Anforderungen an ein Gutachten

Gutachten müssen nach vorgegeben Regeln bestimmte Inhalte haben. Dazu zählen, dass in den Gutachten aufgenommen werden muss, wer der Sachverständige ist. Gerade bei großen Sachverständigenorganisationen ist dies notwendig, damit ersichtlich ist, welcher Sachverständige der Organisation das Gutachten gefertigt hat. Dies trifft auch auf Behördengutachten zu. Hier hat der Gesetzgeber die Verlesung des Behördengutachtens vorgesehen.

Informationen, die der Sachverständige vor seiner Begutachtung erhalten, erfahren oder ihm übermittelt wurden, werden als Anknüpfungstatsachen aufgenommen. In den von hier erstellten Gutachten stehen diese unter „Untersuchungsobjekt und Anlass“.

Der „Untersuchungsauftrag“ muss im Gutachten klar umrissen aufgenommen werden. Bei einem Gerichtsgutachten muss der Beweisbeschluss wörtlich aufgenommen und bei der Begutachtung eingehalten werden. Das Gutachten muss an einer Stelle die von dem Sachverständigen die „Untersuchungsmethode, die Hilfsmittel, die Quellen und Grundlagen“ aufgenommen werden, die dem Sachverständigen zur Verfügung stehen, bzw. die er für seine Begutachtung heranzieht. Dies sollte der Sachverständige sehr differenziert vornehmen.

Bei Gebäuden, Fahrzeugen oder Gegenständen muss eine klar verständliche Beschreibung erfolgen, die dem Leser des Gutachtens darstellt, was der Sachverständige untersucht hat. Hier sollten keine Wertungen mit einfließen, es handelt sich um eine sachliche Zustands- bzw. Bestandsbeschreibung.
Seine „Feststellungen“ müssen beinhalten wann, wo und in welcher Anwesenheit der Sachverständige die Begutachtung vornimmt. Danach folgen, unter Einsatz seiner Sachkunde, die von ihm festgestellten und für die Erarbeitung des Gutachtenergebnisses notwendigen Beschreibungen, dies so differenziert wie nur irgendwie möglich. Der Sachverständige sollte immer daran denken, dass sein Gutachten durch einen weiteren Sachverständigen überprüfbar sein muss. Wichtig ist hier auch, dass nur eine Sachstandsbeschreibung erfolgen darf. Wertungen haben hier nichts zu suchen.

Das „Untersuchungsergebnis“ beinhaltet die sachverständige Wertung aus den getroffenen Feststellungen. Für die Nachvollziehbarkeit ist es erforderlich, diese detailliert zu begründen, um dem Leser des Gutachtens die Überzeugung des Sachverständigen zu vermitteln. Zur schnelleren Kenntnisnahme des Gutachtenergebnisses sollte eine „Zusammenfassung“ oder „Kurzfassung des Ergebnisses“ aufgenommen werden.

Abschließend muss der Sachverständige sein Gutachten unterschreiben und mit dem Stempel versehen. Rundstempel sind den öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen vorbehalten. Auf eine Eidesformel kann der Sachverständige gem. der aktuellen Kommentierung verzichten.

Bei elektronischen Gutachten muss statt der Unterschrift eine „elektronische“ Unterschrift geleistet werden. Dies ergibt sich durch eine entsprechende Kennzeichnung am Ende des Gutachtens.