Rekonstruktionen von Schadensfällen sind dann erforderlich, wenn ein Schadensergebnis vorliegt, aus dem nicht offensichtlich ist, wie es dazu kam. Dies kann einmal bei Tathandlungen und den dabei vorzunehmenden Bewegungsabläufen sein, erstreckt sich jedoch auch auf den Einsatz von verschiedenen Werkzeugen, z.B. bei dem Aufbrechen von Türen und Fenstern.

Insbesondere sind solche Rekonstruktionen dann notwendig, wenn aufgeklärt werden muss, ob eine vorsätzliche Handlung (aktives Tun mit dem Ziel den Schaden herbeizuführen) vorliegt, jedoch auch dann, wenn ein Handeln erfolgte, bei dem es unbeabsichtigt zum Schadensfall kam (fahrlässiges Handeln mit unvorhersehbarer Schadensentwicklung). Wesentlich ist dabei auch die Aufklärung, ob das Spurenbild zu einer Tathandlung eines aktiven Handelns passt oder ob das Schadensbild einer fingierten Spurenlegung zuzuordnen ist.

Für die Rekonstruktion muss der Schadensort in Augenschein genommen, vermessen und fotografiert werden. Mit einem Simulationsprogramm werden, ausgehend von dem festgestellten Schadensbild zurückgehend auf die Darstellung vor dem Schaden unter Beachtung der bei der Veränderung entstandenen Spuren, die einzelnen Schritte aufgezeigt und in einer Computersimulation dargestellt.
Dabei werden z.B. die Werkzeugbewegungen, Entstehungen der Spuren, die erforderlichen Aktionsräume und auch die verwendeten Hilfsmittel herausgearbeitet.
Durch Berechnungen können erforderlichenfalls auch die notwendigen Kräfte ermittelt werden, um auch hieraus ggf. Ansätze für Ermittlungen zu erhalten.

Grundlage für die Erstellung des Programms und die Computersimulation stellen die langjährige Erfahrung und den Einzelfällen angepasste Versuchsreihen dar.

Nachgestelltes Zimmer

Versuch Nachstellen des Tatgeschehens

Versuch Zerstörung der Glasscheibe

Dem Tatgeschehen vergleichbares Bruchbild

Darstellung der Verletzungen

Auswertung des Glasbildes