Mechanisch

Die Untersuchung von mechanischen Schlüsseln (sowohl zu Schlössern und Profilzylindern aus dem Objektbereich als auch Schlüssel zu Kraftfahrzeugen und sonstigen Sicherungseinrichtungen) dient der Feststellung, ob Nachschlüssel gefertigt wurden.

Das Vorhandensein von Abtastspuren weist auf die Vorlage des Schlüssels als Musterschlüssel zur Fertigung weiterer Schlüssel auf einer mechanischen Kopierfräsmaschine hin. Daran schließt sich eine Beurteilung an, inwieweit diese Schlüssel nach dem Abtastvorgang einem weiteren Gebrauch unterlegen haben. Dabei fließen die Ergebnisse der Reihenuntersuchungen (Dies wurde bereits Mitte der 90er Jahre mehrfach mit mehreren Personen durchgeführt und diese Ergebnisse dokumentiert. Sie sind auch heute noch relevant und dienen der Aussage in Gutachten; siehe Fachartikel 01. und 04. unten), Erfahrungen und Fremdbeurteilungen mit ein. In Einzelfällen wird auch eine Untersuchung der durch Kontakt angetragenen Fremdmaterialien in Form einer Materialanalyse mit dem EDX-System vorgenommen.

Zunächst wird hier die Vollständigkeit des Schlüsselsatzes anhand hier vorliegender umfangreicher Unterlagen überprüft. Ferner wird die Gleichheit der Herstellungsspuren, der Schafteinschnitte und die Überprüfung, ob es sich um Originalschlüssel oder Nachfertigungen handelt, vorgenommen.

Weiterhin erfolgt eine Untersuchung, ob die Schlüssel als Muster zur Herstellung eines Modell- oder Gussschlüssels dienten. Die angetragenen Materialien werden einer EDX- oder Infrarot-Analyse unterzogen. Es erfolgen spezielle Untersuchungen, ob die Schlüssel auf einer elektronisch- oder lasergesteuerten Schlüsselkopierfräsmaschine, die im berührungslosen Abtastverfahren Nachschlüssel herstellt, eingespannt worden sind.

Sämtliche Feststellungen an den Schlüsseln fließen in ein Prüfprotokoll ein und werden im Vieraugenprinzip durchgeführt.

Bilder

Schlüssel die kopiert werden

Auslesen der Schafteinschnitte

Abtastspuren am Lichtmikro

Abtastspuren am REM

Abtastspuren der Schafteinschnitte

Materialaufwerfungen

Elektronisch

Bei Schlüsseln  mit elektronischen Bausteinen, z.B. zur Deaktivierung der Wegfahrsperre bei Fahrzeugen oder elektronischer Zylinder im Objektbereich oder Betätigung mechatronischer Schließzylinder werden die elektronischen Bedienteile (in der Regel Transponder) mit speziellen Lesegeräten ausgelesen. Die Werte werden mit den gespeicherten Daten, z.B. bei den Herstellern auf Zugehörigkeit und Vollständigkeit abgeglichen.

Soweit in den Bausteinen weitere schloss- oder fahrzeugspezifische Daten abgelegt wurden, erfolgt auch dazu ein Auslesen, ein Abgleichen  mit den Hersteller- oder Nutzerdaten und eine Aufnahme im Prüfprotokoll. Bei der Feststellung von Veränderungen werden diese dahingehend überprüft, wie diese Veränderungen erzeugt wurden. Ziel dieser Überprüfungen ist, ob der Nutzer sie vorgenommen hat, um z.B. eine Straftat zu ermöglichen oder eine solche vorzutäuschen, oder ob durch Eingriffe Dritter die Veränderungen zur Vorbereitung oder Ausführung einer Straftat bzw. Herbeiführung eines leistungspflichtigen Schadens der Versicherung erfolgte. Jegliche Art von mechanischen Veränderungen an den Bausteinen werden grundsätzlich mit dem Stereo-Zoom-Mikroskop oder dem Raster-Elektronen-Mikroskop untersucht und digital fotografiert.

Bilder

Ausgelesene Daten eines Schlüssels

Lesegerät für Transponder

Platine mit Transponder

Schlüsselcontainer mit Transponder

Transponder

KFZ-Schlüssel mit Transponder